Kriegsbuch 2. Weltkrieg  >Einer von denen war ich<

 Die Erlebnisse eines jungen Soldaten im Zweiten Weltkrieg;
Historisch interessant -  erlebnisreich!
Reif gemacht für das Schlachtfeld - eingeschlossen in der “Hitler-Festung Klessin” -
Lange Kriegsgefangenschaft mit drei Fluchtversuchen!

Ein Kriegsbuch aus dem
2. Weltkrieg

von Hugo Reinhart

Jetzt auch als eBook

Das
ideale Geschenk
für den Mann!

 

XXX

Pfeil2

Navigation

Kriegsgefangene 2. Weltkrieg

Kriegsgefangene der Alliierten

Am Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich weit über 11.000.000 deutsche Soldaten der Wehrmacht, der Waffen-SS und halbmilitärischer Organisationen (RAD) als Kriegsgefangene der Alliierten, im Gewahrsam der Siegermächte.

Allein in der damaligen UdSSR wurden über 3.100.000 deutsche Soldaten als Kriegsgefangene festgehalten. Davon sind in russischer Kriegsgefangenschaft über 1.100.000 Kriegsgefangene verstorben. In anderen Ost- und Südosteuropäischen Staaten befanden sich ca. 290.000 deutsche Soldaten als Kriegsgefangene, von denen über 93.000 Kriegsgefangene in der Gefangenschaft verstorben sind. In britischer Gefangenschaft waren mehr 3.630.000 deutsche Soldaten. Diese wurden in Lagern in England, Kanada, Deutschland, Madagaskar, Malta und Italien untergebracht.   Fast 3.100.000 deutsche Soldaten befanden sich damals in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Sie waren in Lagern in den USA, in Deutschland, den Beneluxländern und in Frankreich gefangen. Die USA gaben ca. 50.000 deutsche Kriegsgefangene an Belgien, die Niederlande und an Luxemburg ab. An Frankreich gaben die USA 740.000 deutsche Kriegsgefangene ab. Im April 1947, auf einer  Konferenz in Moskau, einigten sich die Teilnehmer darauf, bis zum 31. Dezember 1948 alle  Kriegsgefangene der Alliierten entlassen zu haben. Dennoch wurden die letzten deutschen Kriegsgefangene aus der UdSSR erst 1955 in ihre Heimat entlassen.

Die Todesrate der Kriegsgefangenen bei den Westmächten, einschließlich der US-Kriegsgefangenen, lag bei über 31.900 deutschen Soldaten. Davon gab es in Frankreich, bedingt durch die schlechte Versorgung in den ersten Nachkriegsjahren, die weitaus größte Zahl von über 24.170 verstorbenen Kriegsgefangenen. Gefolgt von den USA mit ca. 5.800 Kriegsgefangenen Soldaten, die hauptsächlich 1945 in den überfüllten Wiesenlagern in Frankreich und Deutschland starben.

 Home
 Kurzbeschreibung

 
Verlauf Zweiter Weltkrieg
 
Vorwort (aus dem Buch)
 
Leseproben
 
Inhaltsverzeichnis
 
Der Autor
 
Kriegsgefangene
 
Galerie
 
Beurteilungen
 Presse
 
Bestellseite

Blick in das Buch

Kriegsgefangene: Im Oktober 1948, französische Kriegsgefangene vor einem Kriegsgefangenenlager in Tuttlingen.

Kriegsgefangene in Frankreich

Kriegsgefangene:
I
m Oktober 1948, französische Kriegsgefangene vor einem Kriegsgefangenenlager
in Tuttlingen.
 

Frankreich   hatte ca 1.065.000 deutsche Soldaten als Kriegsgefangene. Davon wurden ca. 300.000 Soldaten von der französischen Armee gefangengenommen. 60.000 davon in Nordafrika, 240.000 in Frankreich und Deutschland.
25.000 deutsche Soldaten wurden von Großbritannien an Frankreich abgetreten.

Von den USA hat Frankreich ca. 740.000 Kriegsgefangene übernommen. Die USA waren froh, ihre Kriegsgefangenen los zu werden, hatten sie doch 1945 große Probleme mit der Versorgung und Unterbringung derselben. Jedoch verlangte Frankreich von den Alliierten noch mehr Kriegsgefangene als Arbeitskräfte. In einer Übereinkunft vom Dezember 1944 wurden Frankreich 1.750.000 Kriegsgefangene zugesprochen. Da Frankreich nicht in der Lage war, diese zu versorgen, stoppte die US-Arme im Herbst 1945 die Überführung weiterer Kriegsgefangener an Frankreich.

Angesichts der sehr schlechten Ernährungslage in den Jahren 1945 und 1946 in den französischen Kriegsgefangenenlagern gab es in dieser Zeit eine besonders hohe Rate an Kranken, Arbeitsunfähigen und Todesfällen. Berücksichtigt man jedoch, dass es in diesen Jahren in Frankreich an allem möglichen fehlte, und die Franzosen selbst in einer miserablen Versorgungslage waren, ist es unangemessen zu behaupten, die schlechte Versorgung, der Kriegsgefangene in Frankreich, sei alleine auf Rache und Hass an den Deutschen zurückzuführen.

Es ist jedoch zu bemerken, dass zumindest kurz nach dem Kriegsende eine gewisse Berechnung, zumindest in dem Lager, in dem ich untergebracht war, eine Rolle spielte. In dieser Zeit war unsere Versorgungslage besonders schlecht. Wir litten alle an Mangelernährung. Unsere Gedanken bewegten sich nur noch um Essen. Bei den meisten Gefangenen waren alle körpereigenen Reserven aufgebraucht. Wir waren total abgemagert! Dann, nach Wochen, waren wir reif. Jetzt kam die Fremdenlegion. Ehemalige deutsche Soldaten, jetzt in der Legion, und französische Offiziere, warben für die Fremdenlegion. Eine gewisse Zeit lang kamen sie täglich in das Kriegsgefangenenlager und machten uns weich. Nach dieser Werbeaktion hatte sich unser Lager um gut ein Drittel gelichtet. Als diese Aktion abgeschlossen war, wurde die Verpflegung etwas besser und wir kamen auf Arbeitskommandos. In meinem Buch, “Einer von denen war ich”, berichte ich ausführlich darüber.

Nun  wurden wir zu allen möglichen Arbeiten eingeteilt. Es gab Einzelkommandos bei Bauern und Handwerksbetrieben. Denen ging es dann zumeist gut und sie waren ziemlich frei. Der weitaus größere Teil, der Kriegsgefangene in Frankreich, wurde in Fabriken, Militärkommandos, als Minensucher und bei Präfekturen usw. eingesetzt. Sehr viele wurden in den französischen Bergwerken zur Arbeit gezwungen. 1945 und 1946 machte vielen, der Kriegsgefangenen in Frankreich, die Unterernährung noch zu schaffen. Auch unsere Bekleidungslage war schlecht, es fehlte an allem. Wir trugen die ersten zwei Jahre immer die gleichen alten Uniformteile, die von uns immer wieder notdürftig zusammengeflickt wurden. Die Unterwäsche war verschlissen, das Schuhwerk war verbraucht und wurde oft notdürftig mit Draht zusammengehalten. Wenn es Ersatz gab, waren das meist dünne Segeltuchschuhe mit einer geflochtenen Strohsohle, manche hatten auch Holzschuhe. Auf dem Mantel, der Jacke, Hose und dem Hemd war ein großes, weißes “PG” (Prisonnier de Guerre) aufgemalt, das uns als Kriegsgefangene zu erkennen gab. Mitte 1945 durfte jeder Kriegsgefangene eine vorgedruckte Karte an seine Angehörigen senden. Ab Ende 1945 waren Pakete aus Deutschland erlaubt. - Jedoch, in Deutschland hatten die meisten selbst mit sich zu kämpfen. Erst 1947 wurde die Versorgungslage für uns besser.

Die Unterbringung der Kriegsgefangenen war unterschiedlich. Anfangs lagen wir im Freien auf Wiesen. Mein erstes Lager befand sich in Lindau am Bodensee auf der Insel, auf dem Gelände vom Bootshaus. Hier lagen tausende Landser Mann an Mann. Oft gab es nur eine Wasserstelle. Stundenlang stand man hier in einer langen Schlange, um eine handvoll Wasser zu erhaschen. Zu Essen gab es nichts. Viele haben Gras, Wurzeln und Baumrinde zu sich genommen.

In Frankreich wurden wir Kriegsgefangene in alten Festungen, in Kasernen, in Hallen, in Kasematten, Zelten, in Holz- oder Wellblechbaracken untergebracht. Die medizinische Versorgung war schlecht, Verbandsmaterial war knapp. Medikamente gab es 1945 in meinem Kriegsgefangenenlager in Paris nicht. Vereinzelt kam es auch zu Misshandlungen. Die häufigsten Erkrankungen, bei den Kriegsgefangenen in Frankreich, waren hier Unterernährung, Durchfallerkrankungen, Kräfteverfall, Lungenentzündungen, Ekzeme und Furunkel. Freizeitgestaltungen, wie in den USA oder bei den Briten, waren bei uns sehr selten.

Die Zahl der Fluchtversuche, der Kriegsgefangenen in Frankreich, war sehr hoch. Über 171.000 Kriegsgefangene versuchten in Frankreich zu fliehen. Weit über 89.000 wurden auf der Flucht wieder eingefangen oder auch von anderen Mächten, wie der Schweiz und Belgien, an Frankreich ausgeliefert. Wurden die geflüchteten Kriegsgefangene auf der Flucht in Deutschland in der französischen Zone ergriffen, kamen sie zurück nach Frankreich. Nur von Spanien wurden geflüchtete Kriegsgefangene zurück nach Deutschland gebracht.

Nach einer Flucht wurden Kriegsgefangene in Frankreich mit 30 Tagen Arrest bestraft und bekamen die Haare zu einer Glatze  geschoren. Machte ein Kriegsgefangener einen zweiten oder gar dritten Fluchtversuch, wurde er zu einer Dunkelhaftstrafe von bis zu 30 Tagen verurteilt. Hatte der Gefangene zur Vorbereitung oder auf der Flucht einen Diebstahl begangen, der aufgedeckt wurde, brachte es dem Gefangenen eine zusätzliche Bestrafung ein. Einige, mit schweren Vergehen, wurden auch aus der Rückführungsliste gestrichen.

Mich hat das Schicksal der Bestrafung zweimal ereilt. Nach meinem zweiten Fluchtversuch war ich ohne Verurteilung für acht Tagen in einer dunklen Kasematte, ohne Licht, in einer Festung in Paris eingesperrt. Danach wurde ich zu 30 Tagen Arrest verurteilt und meine Haare wurden zu einer Glatze geschoren. Nach dem letzten Fluchtversuch  wurde ich zu einer Dunkelhaftstrafe von zwei Wochen verurteilt, wurde in einem nachtschwarzen Raum (ganz ohne Licht) eingesperrt und bekam zusätzlich eine Glatze geschoren. Über meine Fluchtversuche, die mich bis nach Gent in Belgien brachten, berichte ich ausführlich in meinem Buch, “Einer von denen war ich”.

Bereits 1945 wurde in Frankreich mit der Rückführung begonnen. Über 25.000 Jugendliche, alte Männer, Wehrmachtshelferinnen und Zivilpersonen, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren, wurden 1945 zurückgeführt. 1946 erfolgte die Entlassung von knapp 150.000 Kriegsgefangenen, 1947 waren es über 199.000 Heimkehrer. Der weitaus größe Anteil der  Kriegsgefangenen wurde erst  1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Außer Soldaten der Waffen-SS und Personen, die als Kriegsverbrecher erklärt wurden, waren bis zum 15. Dezember 1948 alle deutschen Soldaten entlassen.

Die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen in die Heimat richtete sich nach verschiedenen Kriterien. Soldaten der Wehrmacht und anderen Organisationen waren in Frankreich in 16 verschiedene Kategorien eingeteilt, die nach dem Alter und der Nützlichkeit der Kriegsgefangenen als Arbeitskräfte aufgeteilt waren. Junge Soldaten der Jahrgänge 1925, 1926 und 1927 bildeten die letzte Kategorie. Die Rückführungstransporte, der Kriegsgefangenen in Frankreich, waren in die verschiedenen Besatzungszonen aufgeteilt. Sie erfolgten über das Lager in Tuttlingen für die südliche französische und amerikanische Besatzungszone. Über das Lager in Bretzenheim erfolgte die Entlassung in die englische und nördliche französische Zone. Die Entlassung der Kriegsgefangenen in die russische Zone wurde über das Lager Bebra-Gerstungen abgewickelt.

Kriegsgefangene in Frankreich

Kriegsgefangene
im Oktober 1948, in einem Kriegsgefangenenlager
in Frankreich.
 

Kriegsgefangene: Wir haben Mittagspause. Ich bin noch bei dem Essen.

Kriegsgefangene:
Wir haben Mittagspause.
Ich bin noch bei dem Essen.

Zweiter Weltkrieg - Kriegsgefangene

Aus dem Kriegstagebuch:
Am 31. Oktober 1948. Kriegsgefangene in Frankreich, auf dem Transport zurück nach Deutschland.
Im hellen Anorak der Autor.

Kriegsgefangene - Zweiter Weltkrieg

Kriegsgefangene:
Erste Versorgung in Deutschland durch katholische Schwestern am frühen Morgen.
(Jetzt ist auch für uns der Zweite Weltkrieg vorbei!)

Und hier, ein Blick in mein Buch:

(Buchauszug von 4 Seiten)

Im Güterzug nach Frankreich
Am Nachmittag kommen wir in Kehl am Rhein an. Hier werden wir abgeladen. Über eine Brücke geht es über den Rhein nach Straßburg. Auch hier stehen Leute und verteilen Wasser. Ich trinke Wasser aus einem Kanister. Es schmeckt nach Benzin und ist nicht genießbar. Dann kommen wir an einem Güterbahnhof an. Hier erhalten wir eine Marschverpflegung, eine kleine Wehrmachtsdose, gefüllt mit einem scharfen, ungarischen Gulasch. Für uns steht ein Güterzug bereit. Es sind offene Waggons, in die wir geladen werden. Mit vielen Kameraden sitze ich in einem dieser Eisenbahn-Wagen mit halb hohen Seitenwänden, auf denen vorher Steinkohle befördert wurde. Der Boden ist einige Zentimeter hoch mit Kohlenstaub bedeckt. Wir sitzen angenehm weich in diesem Dreck.

Der Zug setzt sich in Bewegung und die Fahrt geht westwärts durch das Elsass hinein nach Frankreich. Die Nacht verbringen wir schlafend im Sitzen. Der Tag ist sehr heiß. Die Sonne heizt unsere Körper unbarmherzig auf. Und wieder gibt es nichts zu trinken. Neben mir sitzt einer in einer schwarzen Panzer-Uniform. Er hat kurzes, blondes Haar. In seiner schwarzen Uniform mit seinem vollen, runden Gesicht, das von der kraftvollen Sonne rot gefärbt ist, fällt er mir besonders auf. Sein Kopf ist über ein kleines Buch mit rotem Einschlag gebeugt, in dem er ständig liest. Es ist ein Wörterbuch. Er lernt Französisch. Die Läuse plagen ihn. Eine Laus dringt aus dem Kragen seiner Jacke und ist im Nacken sichtbar. Von ihm lerne ich das erste französische Wort. Es heißt „merci“, danke. Im Laufe des Tages kommen noch einige hinzu.

Wir stehen auf einem Bahnhof, der Zug wird hin und her rangiert. Am Bahnhof wird nur noch französisch gesprochen, ich verstehe kein Wort. Unser Zug wird hier abgestellt. An einer Hauswand auf dem Bahnhof ist groß in deutscher Schrift geschrieben: „Deutsche Soldaten der Wehrmacht bleiben 15 Jahre in Gefangenschaft. Die SS muss 25 Jahre hier bleiben.“ Oh je, denke ich, 15 Jahre ist eine sehr lange Zeit. Jetzt bin ich 18. In 15 Jahren, bis ich nach Hause komme, bin ich ja schon 33 Jahre alt. Mann, ist das eine lange Zeit! Einige Landser sprechen von Flucht.

Bei Einbruch der Nacht setzt sich unser Zug wieder in Bewegung. Die Fahrt geht weiter. Ich schlafe ein. Kalt wird es mir nicht. Wir sitzen hier Mann an Mann auf dem Kohlenstaub, ganz dicht gedrängt. Irgendwann werde ich wach und döse mit geschlossenen Augen vor mich hin. Unser Zug steht wieder auf einem Bahnhof. Plötzlich fällt ein Schuss, dann noch einige. Der ganze Waggon ist wach und wir sind voller Spannung. Was ist los? Wir dürfen uns nicht hinstellen, würden aber doch gerne wissen, was da draußen los ist. Auf dem Bahnsteig herrscht große Aufregung. Französische Soldaten rennen an unserem Güterwagen vorbei. Wir erfahren nicht, was geschehen ist. Erst Wochen später höre ich von einem Reichsarbeitsdienstmann, dass aus ihrem Wagen einer flüchten wollte. Es soll ein SS-Mann in Zivilkleidung gewesen sein, der aus dem Elsass stammt und einfach nach Hause wollte. Was mit ihm geschehen ist, weiß ich nicht.

Unser Zug fährt wieder. Wir haben den Morgen des 12. Mai 1945. Auf einem Bahnhof bewegt sich der Zug langsam unter einer Wasserversorgungs- Anlage für Lokomotiven hindurch. Das Wasser der geöffneten Anlage fließt in den Waggon über die Körper derer, die in der Mitte der Wagen sitzen. Sie erhalten eine angenehme Abkühlung. Gegen Mittag kommen wir in Paris an.

Depot 222 – Fort de Noisy-Le-Sec

Kein guter Empfang in Paris
Auf einem großen Bahnhof, der zu Noisy-Le-Sec gehört, verlassen wir unseren Zug. In Zehnerreihe müssen wir uns aufstellen. Ich habe kein gutes Gefühl und verkrieche mich in die Mitte einer Reihe. Eine lange Kolonne setzt sich in Bewegung, bewacht von französischen Soldaten.

Es ist ein schöner warmer Maitag. Nachdem wir den Bahnhof, es ist der Güterbahnhof, verlassen haben, kommen wir auf eine große, breite Straße. Sie ist schnurgerade, wie mit einem Lineal gezogen, und fällt leicht ab, rechts und links bebaut mit großen Häusern. Teilweise sind die breiten Bürgersteige mit Bäumen bepflanzt, die in jungem, saftigem Grün stehen. Eigentlich schön anzusehen. Auf den Bürgersteigen stehen die Menschen in Massen. Einige Männer haben Stöcke in ihrer Hand, drängen auf die Straße und versuchen auf uns einzuschlagen. Einzelne werden getroffen. Die Menge wird jedoch von unseren Bewachern abgedrängt. Andere stehen auf dem Bürgersteig, schlagen ihre flache Hand auf den Oberschenkel, drehen diese um, halten sie vor das Geschlechtsteil und machen eine Bewegung, als würden sie Wasser lassen. Dabei rufen sie die Wörter „Chall Bosch“ (so klingt es jedenfalls), es ist eine Beschimpfung für uns Deutsche. Auch einige Frauen zeigen sich so. Andere, hauptsächlich Frauen, stehen da und machen einen mitleidigen, bedrückten Eindruck.

Wir sind schon eine ganze Strecke auf dieser Straße unterwegs. Rechts, am Rand des Bürgersteigs, ist ein Hydrant in die Erde eingelassen. Beide Anschlüsse sind geöffnet. Frisches Wasser strömt in Massen heraus und fließt am Straßenrand ab. Daneben stehen einige Franzosen mit einem Knüppel in der Hand und verheißen demjenigen nichts Gutes, der es wagen sollte, sich dem fließenden Wasser zu nähern. Trotz dieser Gefahr gibt es einige, die aus unseren Reihen ausbrechen und, vom Durst getrieben, in den Wahnsinn verfallen, sich etwas von dem kühlen Nass einzuverleiben. Ihnen geht es schlecht. Die Franzosen am Hydrant schlagen auf diese armen Landser ein, die sich ducken, die heftigen Schläge abwehren und schnell in unsere Kolonne zurücklaufen.

Nun haben wir das Ende der Straße erreicht, biegen nach links ab und kommen auf freies Gelände. Vor uns sehen wir die gemauerte Sandsteinwand einer Festungsanlage. Auf einer schmalen Straße gelangen wir durch ein Tor in einen gewölbeartigen Durchgang von etlichen Metern Länge. Die Spitze der Kolonne biegt noch einmal links ab und wir stehen in einem großen Innenhof. Wir befinden uns in der Festung „Noisy-Le-Sec“. Rechts steht ein langgestreckter Sandsteinbau mit hohen Fenstern. Links vor uns, auf einer gefassten Anhöhe, ein hoher Drahtverhau. Dahinter, auf einigen Wäscheleinen aufgehängt, gewaschene Frauenunterwäsche und Uniformteile vieler Frauen. Es sind Wehrmachtshelferinnen, die hier gefangen sind. Einige Landser freuen sich und machen anzügliche Bemerkungen. Jedoch von den Frauen selbst keine Spur.

So stehen wir einige Zeit in diesem Hof. Nun werden wir in große Gruppen aufgeteilt und von dem deutschen Stammpersonal in große Unterkunftsräume geführt. Der Fußboden ist mit Stroh bedeckt. Nur einige schmale Gänge sind frei. Es ist altes, eingedrücktes Stroh, auf dem schon viele gelegen haben. Es riecht muffig und ist in kleine Stücke zerbrochen.

Durst plagt mich! Mein Körper ist völlig ausgetrocknet, ich habe seit Tagen nichts getrunken. Die Lippen sind geschwollen und aufgesprungen. Die Zunge fühlt sich taub an, Mund und Kehle sind trocken. Ich begebe mich auf die Suche nach Wasser und gelange in einen Hinterhof. Mir gegenüber sehe ich Türen und Fenster in ein dickes Mauerwerk eingelassen. Es ist die etliche Meter tiefe Wehrmauer der Festung. In dieser sind Waschräume und Toiletten untergebracht. Es sind schon einige Männer hier, die auch Wasser suchen. Aber es gibt keins. Die Wasserleitung ist abgestellt. Die Landser schimpfen und fluchen. Im Hof, an das Mauerwerk der Rückwand des Hauptgebäudes angelehnt, sehe ich ein großes, betoniertes Becken. Es ist ein Wasserbecken zum Feuerschutz. Oben am Beckenrand steht einer von uns ganz entblößt. Mit einem Kopfsprung springt er in das mit Wasser gefüllte Löschbecken. Wasser! denke ich und gehe sofort dorthin, doch das Wasser im Becken ist alt und grün. Es eignet sich nicht zum Trinken. Egal, ich nehme trotzdem eine handvoll aus dem Becken, benetze Lippen und Mund, und spucke es wieder aus. Es war  der größte Fehler in meinem bisherigen Leben, wie sich bald herausstellen wird.

Sie wollen die Gegebenheiten dieser unheilvollen Zeit besser verstehen?
Sie möchten sich ein eindrucksvolles Bild darüber machen, wie die jungen Soldaten diese Zeit der Kriegsgefangenschaft, mit all ihren Nöten, Hoffnungen, Höhen und Tiefen, erlebten? Sie hatten einen Angehörigen,
(Vater, Großvater, Onkel)
der ähnliches erlebte und möchten  dessen Schicksal nachvollziehen?
Dann kann ich Ihnen das  Kriegstagebuch “Einer von denen war ich” empfehlen!

Eine Leserin schreibt:

...Wenn ich lese, glaube ich auch etwas vom Schicksal meines Freunden zu lesen. Ihr Buch ist nicht einfach eine Lektüre, die man wieder beiseite legt, man muss es in sich aufnehmen, besonders, wenn man jemanden kannte, der Ähnliches oder Gleiches erlebt hat. Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie dieses Buch geschrieben haben. ..

Das Buch können Sie hier bestellen

Das ideale
Geschenk
für den Mann!

Buch >>Einer von denen war ich<<  Eine Erzählung nach dem Kriegstagebuch

Bücher, die  heute bestellt werden, werden vom Autor handsigniert. 

Der Bestellvorgang ist einfach und nimmt wenig Zeit in Anspruch. Sie erhalten das Buch ohne Umstände auf Rechnung oder bezahlen bequem über PayPal!
Das Buch hat zweihundert DIN A 5 Seiten, 17 Abbildungen, ist gebunden und hat einen Hardcover-Einband.

Preis: 19,95 EUR0
inkl. 7 % MwSt.
Zzgl. Versandkosten: 1,95

Für Ihre Bestellung verwenden
wir unseren
“Rhönart-Warenkorb”

EWagen12-102

 Bei Buch-Bestellungen aus dem Ausland: Klicken Sie bitte hier!

NACH OBEN

Der obige Bericht >Kriegsgefangene< will Ihnen eine kleine Hilfe sein. Er erhebt nicht den Anspruch auf historische  Genauigkeit und Vollständigkeit. Alle angegeben Zahlen über deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft sind nur annähernd. Eine Garantie für die Richtigkeit aller Angaben, sowie eine Haftung jeglicher Art, wird nicht übernommen.

 

Home     Verlauf Zweiter Weltkrieg     Vorwort     Leseproben     Inhaltsverzeichnis     Der Autor     Kriegsgefangene     Galerie     Beurteilungen     Presse     Bestellseite

 AGBs - WiderrufsrechtDatenschutzImpressum   - Kontakt Haftungsausschluss

Rhönart-Galerie     Der Kunstmaler     Rhoenart-Sage     Rhönart-Flowers     Vom Wahnsinn des Krieges

Copyright © Hugo Reinhart – 2013 - Kriegsbuch - Zweiter Weltkrieg

besucherzähler